Nachdem wir im Bus schon mit den Worten „die Fahrt wird wegen des gestrigen Sturms voraussichtlich länger dauern als geplant…“ und „bleiben Sie während der Fahrt auf ihren Sitzen, auch wenn auf der einen Seite, wie gestern passiert; ein paar 100m weiter ein Tornado zu sehen ist…“ begrüsst wurden hatten wir schon mit allem gerechnet, aber die Fahrt war ruhig und wir waren voll in der Zeit. Das hatte zur Folge, dass wir bei strömendem Regen in New York ankamen und dann in Brooklyn noch über 2,5 h hatten, bis wir uns mit dem Wohnungsmieter treffen konnten. Hunger, nass und wir wollten uns irgendwo reinsetzen, wo wir unsere Rucksäcke auf den Boden stellen konnten. Wir fanden die Bizarre Bar, wo es aufgrund der Uhrzeit nur eine extrem abgespeckte Karte gab. Dafür Happy Hour wodurch die Burger im Angebot mit einem Bier waren. Also zwei Burger (medium rare fürs Pokpok und well done für den Bunny) und zwei Bier bestellt. Dabei mit der Kellnerin gesprochen, und rausgefunden, dass sie in der Bar auch Michelada hatten, weshalb ich das auch noch bestellen musste. Der ahnungslose Leser wird hier vielleicht fragen: „Miche-was?“. Kurze Erklärung: Mexikanisches Bier mit Limettensaft, Salsa Valentina, Salz und Maggi. Für mich ein absolutes Highlight und der Geschmack nach Mexiko.

Ergebnis des Nachmittags:
1. der Hase hat festgestellt, dass ein Burger medium rare besser schmeckt als well done.
2. Das Pokpok hat mal wieder festgestellt, dass es nicht wirklich viel Alkohol verträgt.
3. Der Mieter hat festgestellt, dass das Pokpok recht viel plappert, wenn es angeheitert war (nach etwa einem halben Bier und einer Michelada innerhalb von 2 h)
In der Bar haben wir ausserdem gesehen, dass sie an jedem Tag der Woche ein anderes Programm haben. Dienstags: Burlesque. Auf unsere Frage wann die Veranstaltungen immer beginnen hat sie gemeint um neun und „You should come tonight. It is going to be a great show. In the end almost everybody is going to be naked.“
Der Mieter war komisch und hat kaum gesprochen, kein Wunder musst ich umso mehr plappern. Er hat sich in das eine Sofa geworfen beide Hände auf die Lehne und abgewartet was wir zu sagen haben, anstatt von selbst etwas zur Wohnund oder der Gegend zu erzählen. Die Wohnung war cool, auch wenn sie auf den online Bildern um einiges grösser gewirkt hat.
Nachdem wir uns etwas ausgeruht und erfrischt haben, sind wir dann zurück zur Bizzare Bar. Die war richtig voll und die Leute voller Erwartungen. Die Show war schon sehr cool und vor allem außergewöhnlich. Wer bei bei BurlesqueTanz an sexy Frauen a la Dita von Theese denkt wird dort eines besseren belehrt: Es traten fast soviele Männer wie Frauen auf und das Theam des Abends waren Clowns. Das heisst alle Personen die auftraten haben einen Clown gespielt, wobei die Figuren oft eher traurig waren aber das Ganze doch lustig rübergebracht haben. Ein Zirkusdirektor hat durch die Show geführt, wobei er einen undefinierbaren Dialekt verwendet hat, der entfernt ans Französische angeleht war. Ab und zu kam ein Bär herausgerannt und hat den Direktor gejagt. Getanzt hat eigentlich niemand, dafür hatten einige lustige Kostüme an. Und so ziemlich niemand auf der Bühne hatte eine Model-Figur.
Fazit des Abends: absolut genial und auf jeden Fall weiter zu empfehlen.


Wir hatten und eigentlich vorgenommen jeden Abend in Brooklyn in der Bizzare Bar zu verbringen, haben es dann aber doch nicht geschafft nochmal hinzugehen.
Am nächsten Tag wollten wir dann zum Brooklyn Museum. Laut Internet und Reiseführern wäre es so populär wie das Metropolitan Museum, wenn es auf Manhattan liegen würde. Die Metro Verbindung vom nördlichen zum südlichen Teil Brooklyns ist so schlecht, dass man erst nach Manhattan fahren, dort umsteigen und dann wieder zurück nach Brooklyn fahren müsste. Da wir uns eh die Gegend anschauen wollten und an den letzten Tagen auch etwas entspannter an die Sache rangingen, beschlossen wir zu laufen. Die Stadt ist echt unglaublich. Um von einer belebten bunten Strasse zu einer ruhigen Wohngegend zu kommen, muss man manchmal nur einmal abbiegen. Auf dem Weg haben wir uns mal wieder ein Roastbeef Cheese Sandwich geholt und geteilt. So cool, so lecker und so sättigend. Nach einem halben bin ich immer dermassen satt, dass ich mir nicht vorstellen kann, ein ganzes Sandwich auch nur annähernd zu schaffen.
Der Weg zum Museum war toll und interessant, das Museum hingegen recht enttäuschend. An der Kasse wird man darauf hingewiesen, dass man soviel zahlen kann wie man möchte und das 16 USD/ pP als Empfehlung gilt. Wie viel wären wir bereit zu zahlen? Gut, zahlen wir 16 USD… Gibt es einen Audioguide zum Museum? Nein. Gibt es denn einen Übersichtsplan zum Museum um zu sehen, wie alles aufgebaut ist? Auch nicht. Dafür wurden aber an jeder Ecke Flyer verteilt, damit man Mitglied wird beim Museumsverein.
Das Museum war vor allem anstrengend und konfus. Sehr viele unzusammenhängende Themen wurden angeschnitten, Sachen aus verschiedenen Zeiten zusammengeworfen, Wände überladen und die Leute die Museumswärter waren absolut uninteressiert und überfordert. Nachdem wir in Washington mit Museumswärtern zu tun hatten, die dermassen motiviert waren und uns von sich aus noch Tipps gegeben haben, was wir uns unbedingt noch anschauen sollten und welche Räume zu Unrecht unterschätzt wurden, hatte man im Brooklyn das Gefühl, dass die Wärter der Räume teilweise keine Ahnung hatten, was sie dort zu suchen hatten. Der interessanteste Raum war eine Art Einblick in ein Museums Archiv, in dem alles gelagert wird, wofür es sonst keinen keinen Platz gibt.



Beim Rausgehen fühlt man sich einfach nur erschlagen, kann sich durch die Konzeptlosigkeit nur an wenig erinnern.
Wir gingen dann Richtung Grand Army Plaza, weil eine Frau in der Metro uns das empfohlen hatte und haben dort einen Kaffee getrunken, bevor wir nach Manhattan gefahren sind. Wir wollten zwar noch zum neuen Whitney Museum, sind aber wegen der Metroverbindung erst noch zum World Trade Center und anschliessend zur Wall Street. Nur den Stier haben wir nirgends gefunden, wobei es natürlich sein kann, dass wir schlecht gesucht haben.




Als wir dort waren hat es sich auch nicht mehr gelohnt zum Whitney zu gehen. Also sind wir zum Hafen gelaufen und dort in die Fähre nach Staten Island zu fahren. Die Fähre ist umsonst und eine nette Abwechslung. Von Staten Island haben wir leider nicht so viel gesehen, nur kurz am Baseballstadion vorbei.

Dafür haben wir festgestellt, dass in der Umgebung nirgends eine Toilette zu finden ist. auf der Fähre und an der Anlegestelle in Staten Island waren sie geschlossen, und ansonsten war weit und breit alles geschlossen oder in den kleinen Imbissen gab es nichts. Vielleicht haben wir auch in der falschen Ecke gesucht, aber da hatten wir schon keine Lust mehr weiterzusuchen und sind anschliessend wieder mit der nächsten Fähre zurück. Und siehe da, auf dieser Fähre fanden wir dann auch ein stilles Örtchen, wodurch der restliche Tag gerettet war.
Sind dann noch ein bisschen in Manhattan herumgeschlendert und dann nach Williamsburg in Brooklyn gefahren, da dort der neue Trendplatz für alle Hipster, Künstler und Alternative sein soll. Sind auf dem Weg an einigen coolen Läden vorbeigekommen, aber war alles eher noch ruhig.

Wahrscheinlich hilft es hier auch einfach mit jemanden da zu sein, der sich auskennt und einem sagen kann, wo man unbedingt rein muss. Waren auch ziemlich müde von dem Tag um uns gross rumzufragen, deshalb sind wir einfach Richtung Bushwick zu unserer Wohnung gelaufen. Auf dem Weg noch an einigen kleinen Bio Supermärkten rein. Der Hase hatte den Reiscracker vom Whole Foods nicht vergessen können. Wir waren auf der Suche danach tagsüber schon in einem Whole Foods, aber leider hatten sie die dort nicht. Und auch alle anderen Läden in die wir gingen hatten so etwas nicht. Dafür hatten wir dort die Idee, an dem Tag mal etwas selbst zu Hause zu essen. Um nicht die obligatorische Wassermelone zu weit tragen zu müssen, haben wir unseren Einkauf im Food Bazar bei uns in der Nähe gemacht. Der Food Bazar hat sich als riesiger Ramschladen herausgestellt. Haben uns eine Packung Toast, eine Dose Spam, Käse und Hummus besorgt und oben drauf gab es noch eine Wassermelone und ein paar Grapefruits.

Während ich Toast aus der Pfanne mit geschmolzenem Käse und angebratenem Spam zubereitet habe, hat der Hase mit dem überdimensionierten Fernseher gekämpft. An dem Abend wären wir wohl einfach mit ein bisschen Zapping und einer Sendung auf dem Food Chanel glücklich geworden. Aber nein, wir mussten uns erst entscheiden, ob wir etwas über Netflix, Showtime oder HBO sehen wollten und uns dann durch die verschiedenen Angebote klicken. Haben dann angefangen „the house of flying daggers“ oder so, einen chinesischen Material Art Film anzusehen, nur leider war der auf chinesisch… ohne Untertitel. Wir haben ca eine Viertel Stunde fasziniert zugesehen, bevor wir den Fernseher überlisten konnten und wir es geschafft haben herauszufinden, auf welcher Ebene der Programme man die Untertitel einstellen konnten.
Heureka! Die nächsten zwei Stunden waren dann um einiges interessanter 🙂